Das Viertelfinale Nummer zwei steigt im Cotta Morandini
08.03.2010
Die Play-Offs sind in vollem Gange. Dies schlägt sich auch in der Tatsache nieder, daß bereits drei Tage nach dem Auftakt das zweite Spiel der „best of seven“ Serie auf dem Programm steht, welchem innerhalb der Woche, am Donnerstag und Samstag, noch zwei weitere folgen werden.
Doch bleiben wir zunächst einmal bei der unmittelbar bevorstehenden Aufgabe, welche da Auswärtsspiel im Cotta Morandini von Valpellice heißt.
Das Stadion in der 1600 Einwohner Gemeinde ist bereits jetzt ausverkauft und so erwartet die „Rittner Buam“ nicht nur eine rund siebenstündige Busfahrt ins Piemont, sondern auch ein wahrer Hexenkessel. Die Fans der „Bulldogs“ gehören zu den begeisterungsfähigsten der gesamten Liga was bereits im ersten Viertelfinale in der Arena Ritten zu hören und zu sehn war.
Gut 70 Fans hatten die Hin- und Rückfahrt von insgesamt fast 1000 Kilometern auf sich genommen, um Ihre Lieben bei Ihrer Mission Serie A Play- Off zu unterstützen.
Dabei wurde aber mehr Ihre Leidensfähigkeit als denn Ihr Begeisterungspotential auf eine harte Probe gestellt. Ihre Mannschaft konnte dem Vizemeister zu keinem Zeitpunkt des Spiels das Wasser reichen und so wurden Fans und Team mit einer schmerzhaften 8:2 Schlappe auf den harten Boden der Finalrealität zurückgeholt.
Die Gründe für die Niederlage waren vielfacher Natur. Fangen wir beim Sturm des Tabellenachten an.
Kein Team kann in einem auf maximal sieben Spiele angelegten Viertelfinale bestehen, wenn es den Grossteil der Partien nur mit zwei Linien agiert. So geschehen am Samstag, wo die dritte Sturmformation der Gäste nur seltenst Eiszeit bekam. Der Paradeblock mit Luciano Aquino, Daniel Sisca und Pat Iannone mußte auf Grund mangelnder Alternativen und zu dünner Spielerdecke Überstunden verrichten und bei jedem zweiten Wechsel schon wieder aufs Eis.
Da die drei von den Rittner Spielern zudem konstant und konsequent körperlich in die Mangel genommen wurden, war das Sturmfeuer der gegnerischen Vorzeigelinie schon nach kurzer Zeit nur mehr ein laues Offensivflämmchen, welches von der Rittner Offensivlawine im Schlußabschnitt dann völlig erstickt wurde.
Zum Thema Valpe- Verteidigung kann festgehalten werden, daß sie über die gesamte Spieldauer überfordert schien. Sobald die „Rittner Buam“ das Tempo auch nur minimal forcierten, brannte es vor dem Gehäuse von Craig Kowalsky lichterloh. Dabei kann dem US- Amerikaner eigentlich keine wirkliche Schuld zugesprochen werden, wurde er doch immer wieder schlichtweg im Stich gelassen und konnte mit einigen guten Paraden ein zweistelliges Endergebnis, welches ohne weiteres möglich gewesen wäre, verhindern.
Ein dritter entscheidender Faktor für den Rittner Sieg war der Körperkontakt. Während die Mannschaft von Ron Ivany jeden Check konsequent zu Ende fuhr, früh störte und den Gegner damit zermürbte, gingen die Gäste vielen Zweikämpfen einfach aus dem Weg und wagten sich mit zunehmender Spieldauer immer weniger in die Ecken. Vergleicht man die offiziellen Aufstellungen, so hat der Vizemeister auch in punkto Körpergröße und Gewicht deutliche Vorteile, welche er am Samstag mustergültig einzusetzen wußte.
Diese kurze Analyse soll aufzeigen, daß am Samstag eine Eishockeywelt zwischen den beiden Kontrahenten lag und der 8:2 Erfolg nur der gerechte Spiegel dieses Ungleichverhältnisses war. Was jedoch nicht bedeutet, daß Valpellice kein Steigerungspotential mehr hat. Die Verantwortlichen werden nach der Analyse der ersten Viertelfinalrunde wahrscheinlich ähnliche Schlüsse gezogen haben und versuchen, alles das, was am Wochenende nicht funktioniert hat, bereits am Dienstag zu verbessern.
Schließlich spielt man vor eigenem Anhang und dem soll nach Möglichkeit eine bissigere, spritzigere und erfolgreichere Mannschaft geboten werden. Die Fans hätten es sich auf jeden Fall verdient doch bleibt zu sehen, wie weit sich Aquino & Company noch steigern können.
Die „Rittner Buam“ sind auf jeden Fall mit dem richtigen Fuß in die Serie gestartet und werden alles daran setzen, mit einem Auswärtssieg für eine erste Vorentscheidung zu sorgen. Die Mannschaft des Trainerduos Ron Ivany und Herbert Frisch scheint zum richtigen Moment auf Touren zu kommen und zeigte am Samstag eine annähernd fehlerfreie und souveräne Vorstellung.
Angefangen von Torhüter Frederic Cloutier, über die Verteidigung bis hin zum Sturm scheinen die Spieler alle im Play Off angekommen.
Wenn sie weiter so konzentriert und engagiert zu Werke gehen und nicht überheblich werden, sollte einem Halbfinaleinzug nichts im Wege stehen. Jetzt nur nicht zurücklehnen sondern versuchen, den Motor weiter auf Play Off Temperatur zu bringen. Bis auf das Spiel am Samstag ist noch nichts gewonnen.
Das Spiel im Cotta Morandini beginnt um
20.30 Uhr und kann auf Radio NBC live mitverfolgt werden.